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Hier möchte ich versuchen ein kleinen Überblick über die Gewandung von Frauen in der Rus im 10. bis 12. jhrds zu gewähren.
Zunächst muß erst einmal festgehalten werden, dass sich die Trachten der Rus regional stark unterschieden. In der nördlichen Rus, Region Staraya Ladoga und südlich bis etwa Novgorod, war die Kleidung stark von schwedischen Stilelementen beeinflußt. (hierzu möchte ich auf den Artikel über die Schweden verweisen). Südlich von Novgorod bis etwa Pereslawl verschwanden die schwedischen Elemente in der Kleidung zunehmend und wurden durch slawische Trachten ersetzt. Weiter südlich von Pereslawl über Chersones bis nach Preslaw wurden die slawischen Elemente mit byzantischen ergänzt. Dazu aber später mehr.

Nördliche Rus ( Staraya Ladoga bis etwa Novgorod):

Schürzen, Kleider, Mäntel, Schuhe nach schwedischen Vorbildern (siehe hierzu den Artikel über die Schweden)

Mittlere Rus ( Novgorod, über Kiev bis nach Pereslawl am unteren Dnjepr):

Landbevölkerung:

- Kleider (Sorochka):
Frauen trugen eine knöchellange Sorochka. Diese war gerade geschnitten ohne Keile. Das verwendete Material richtete sich nach dem sozialen Status der Frau. Als da wären, Wolle, ungebleichtes Leinen, gebleichtes Leinen, gefärbtes Leinen (beginnend bei dem einfachsten Material bis zum Edelsten).

- Gürtel/Riemen:
Die Frauen trugen auch immer einen Gürtel über der Sorochka. Dieser war je nach Vermögen entweder aus Hanf, Stoff oder Leder.

- Lapti:
Diese Schuhe waren aus Birkenrinde oder Bast geflochten, Lederhalbschuhe waren eher selten.

- Schmuck:
Wer es sich leisten konnte, trug Kupferarmbänder oder Ohrringe, teilweise ergänzt durch einen eingesetzten Stein oder eine Perle.


Stadtbevölkerung:

- Kleider (Sorochka):
Frauen trugen eine knöchellange Sorochka. Diese war gerade geschnitten ohne Keile. Das verwendete Material richtete sich nach dem sozialen Status der Frau. Als da wären, Wolle, ungebleichtes Leinen, gebleichtes Leinen, gefärbtes Leinen, Seide oder Brokat (beginnend bei dem einfachsten Material bis zum Edelsten).

- Überkleider (Raspashnoe):
Diese Überkleider waren meist aus feinerem Gewebe und von bunter Farbe. Vom Schnitt her waren sie der Sorochka recht ähnlich, sie unterschieden sich darin das sie teilweise unten mit Keilen ausgestellt wurden oder vorne geschlitzt wurden. Es war je nach Jahreszeit und Vermögen durchaus auch üblich mehrere Raspashnoe übereinander zu tragen. Wenn dies getan wurde, waren die Überkleider so geschnitten, dass sie immer den Saum des unteren Kleides freiließen um ein schönes Farbenspiel zuermöglichen. Das verwendete Material richtete sich nach dem sozialen Status der Frau. Als da wären, Wolle, ungebleichtes Leinen, gebleichtes Leinen, gefärbtes Leinen, Seide oder Brokat (beginnend bei dem einfachsten Material bis zum Edelsten).

- Gürtel:
Die Gürtel waren in der Regel aus Leder (auch gefärbtes) oder aus Seide mit Leinen unterlegt.

- Schuhe:
Die Stadtbevölkerung trug eigentlich immer Lederschuhe, entweder Halbschuhe oder auch Halbstiefel (teilweise bunt gefärbt, z.b. grün, blau, gelb oder rot)

- Schmuck:
Es wurden Ketten, Halsringe, Fingerringe, Ohrringe und Armreifen getragen. Als Material, kamen Kupfer, Bronze, Silber oder Gold in Frage, ergänzt mit Glasperlen. Typische Muster waren Floralmuster. Eine weitere slawische Eigenart waren die Klapperanhänger. D.h. es waren Anhänger die mit Ketten versehen waren, damit sie ein klapperndes Geräusch von sich gaben. Dies sollte böse Geister fernhalten.


Südliche Rus ( Pereslawl über Chersones bis nach Preslaw):

Landbevölkerung:

- Kleider (Sorochka):
Frauen trugen eine knöchellange Sorochka. Diese war gerade geschnitten ohne Keile. Das verwendete Material richtete sich nach dem sozialen Status der Frau. Als da wären, Wolle, ungebleichtes Leinen, gebleichtes Leinen, gefärbtes Leinen (beginnend bei dem einfachsten Material bis zum Edelsten).

- Gürtel/Riemen:
Die Frauen trugen auch immer einen Gürtel über der Sorochka. Dieser war je nach Vermögen entweder aus Hanf, Stoff oder Leder.

- Lapti:
Diese Schuhe waren aus Birkenrinde oder Bast geflochten, Lederhalbschuhe waren eher selten.

- Schmuck:
Wer es sich leisten konnte, trug Kupferarmbänder oder Ohrringe, teilweise ergänzt durch einen eingesetzten Stein oder eine Perle.

Stadtbevölkerung:

- Kleider (Sorochka):
Frauen trugen eine knöchellange Sorochka. Diese war gerade geschnitten ohne Keile. Das verwendete Material richtete sich nach dem sozialen Status der Frau. Als da wären, Wolle, ungebleichtes Leinen, gebleichtes Leinen, gefärbtes Leinen, Seide oder Brokat (beginnend bei dem einfachsten Material bis zum Edelsten).


- Überkleider (Raspashnoe):
Diese Überkleider waren meist aus feinerem Gewebe und von bunter Farbe. Vom Schnitt her waren sie der Sorochka recht ähnlich, sie unterschieden sich darin das sie teilweise unten mit Keilen ausgestellt wurden oder vorne geschlitzt wurden. Es war je nach Jahreszeit und Vermögen durchaus auch üblich mehrere Raspashnoe übereinander zu tragen. Wenn dies getan wurde, waren die Überkleider so geschnitten, dass sie immer den Saum des unteren Kleides freiließen um ein schönes Farbenspiel zuermöglichen. Das verwendete Material richtete sich nach dem sozialen Status der Frau. Als da wären, Wolle, ungebleichtes Leinen, gebleichtes Leinen, gefärbtes Leinen, Seide oder Brokat (beginnend bei dem einfachsten Material bis zum Edelsten).

- Gürtel:
Die Gürtel waren in der Regel aus Leder (auch gefärbtes) oder aus Seide mit Leinen unterlegt.

- Schuhe:
Die Stadtbevölkerung trug eigentlich immer Lederschuhe, entweder Halbschuhe oder auch Halbstiefel (teilweise bunt gefärbt, z.b. grün, blau, gelb oder rot)


- Schmuck:
Es wurden Ketten, Halsringe, Fingerringe, Ohrringe und Armreifen getragen. Als Material, kamen Kupfer, Bronze, Silber oder Gold in Frage, ergänzt mit Glasperlen. Typische Muster waren Floralmuster. Eine weitere slawische Eigenart waren die Klapperanhänger. D.h. es waren Anhänger die mit Ketten versehen waren, damit sie ein klapperndes Geräusch von sich gaben. Dies sollte böse Geister fernhalten. Ergänzt wurde dies durch chazarische (muslimische) oder byzantinische Schmuckstücke.



Allgemein gilt:

- Felle:
Felle wurden sehr häufig verwendet, z.b. zum füttern der Kleidung oder aber auch als Statussymbol. Die unteren sozialen Schichten benutzten: Wolf, Fuchs, Bär, Hase oder Wild. Die höheren Ränge verwendeten außerdem, Bieber, Otter oder Zobel.

- Farben der Kleidung:
Die Kleidung der Rus war sehr bunt und wurde häufig (nach heutigen Gesichtspunkten gesehen) zu den unmöglichsten Kombinationen verwand. Mögliche Farben waren, blau, gelb, grün, rot, weiß, dunkelrot oder (für die absolute Oberschicht) purpur.

- Glasperlen:
Glasperlen wurden gerne getragen, waren aber sehr teuer. Besonders beliebt waren grüne Glasperlen. So schrieb Ibn Fadlan in seinem Reisebericht, das eine grüne Glasperle bis zu 15 Silbermünzen kostete.

- Dekoration und Ornamentik:
Bei den einfachen Ständen, war die Dekoration der Kleidung meist auf einfache geometrische Stickereien beschränkt oder aber einfach nur mit einem Zierstich am Saum der Kleidung versehen.
Bei den vermögenderen Ständen, gab es manigfaltige Möglichkeiten die Kleidung zu verzieren. Dies ging von seidenbesetzter Kleidung, über aufwendige Stickereien (Floralmuster), eingewobenes Silber- oder Goldlan, bis hin zu aufgenähten Perlen oder Bernsteinstücken.

- Haartracht:
Russische Frauen, die nicht verheiratet waren, trugen ihr Haar meist offen oder zu Zöpfen geflochten, welche dann mit Koltis getragen wurden.
Verheiratete Frauen trugen ihr Haar verdeckt unter einem Schleier und einem Kokoschnik.
Eine verheiratete Frau die ohne angemessene Kopfbedeckung das Haus verließ, galt als unschicklich und "schmutzig". Es war ein Affron gegen ihren Mann und eine Beleidigung gegenüber den anderen Leuten.
Wenn aber jemand einer verheirateten Frau ihren Kokoschnik herunterzog war dies eine Straftat welche gemäß der Russkaja Pravda (erstes russisches Gesetzbuch), mit bis zu 5 Peitschenhieben geahndet wurde. Damit war ein solches Vergehen höher angesiedelt als zum Beispiel eine Sachbeschädigung, die mit 3 Schlägen bestrafft wurde. Allgemein gilt für die Rus, eine Frau die ohne Kopfbedeckung unterwegs ist, vermittelt damit dem Betrachter das sie ungebunden und somit noch zu haben ist. Sollte eine verheiratete Frau ohne Kopfbedeckung unterwegs sein, steht es ihrem Ehemann nicht zu einen anderen Mann zuverfolgen, der sich für seine Frau "interessiert".

- Kolti/Koltis:
Koltis waren große, schwere Anhänger die wie übergroße Ohrringe anmuteten. Diese wurden von unverheirateten Frauen unten in ihre Zöpfe eingeflochten. Die Koltis waren meist reich verziert und schön anzusehen. Das war auch gut so, denn dazu dienten sie ja auch um die Blicke der Männer anzuziehen.

- Kokoschnik:
Der Kokoschnik war ein typisches Zeichen der verheirateten russischen Frau. Dabei handelte es sich um einen Schleier der das gesammte Haar bedeckte und der oben mit einen Schild gefasst wurde. Diese "Schilder" waren meist oval und reichlich verziert mit Stickereien oder besetzt mit Perlen.

- Schläfenringe:
Schläfenringe waren ein weiteres Zeichen für verheiratete Frauen. Die Anzahl der Schläfenringpaare zeigte dem Betrachter außerdem wieviele Kinder die Frau hatte. Das erste und größte Schläfenringpaar, stand dafür das die Trägerin verheiratet war, jedes weitere Paar stand für ein Kind. Die Größe der Schläfenringe wurde von Kind zu Kind immer kleiner.
Es gab 2 mögliche Arten die Schläfenringe zutragen. Die erste Art die Schläfenringe zu tragen war, dass die Schläfenringe an einem Stirnband hinter einander getragen wurden. Es begann vorne mit dem größten Paar (für die Heirat) und dann kamen die Paare für die Kinder dahinter (immer kleiner werdend).

(Bild Variante 1)

Die zweite Möglichkeit war, das von dem Stirnband (auf Höhe der Schläfen) ein Band nach unten ging (je Seite eins). Das größte Paar war oben und die folgenden Paare für die Kinder folgten darunter (immer kleiner werdend).

(Bild Variante 2)

Beiden Arten war gemein, dass das Stirnband über einen Schleier oder zumindest ein Kopftuch getragen wurde, nie jedoch im offenen Haar.


Das russische Schönheitsideal:
Gemäß dem russischen Schönheitsideal sollte eine Frau großgewachsen sein, heiter in ihrem Gemüt und von geschmeidiger Bewegung. Sie sollte ihren Kopf stolz hoch halten aber ihre Augen bescheiden und demütig niederschlagen. Frauen sollten darüberhinaus rote wangen haben wie Mohnblumen, eine zarte Haut wie junger Schnee, glänzende Augen wie ein Falke in der Farbe wie die eines Zobels.
Die Wesenszüge die man von Frauen erwartete, waren emotionale Selbstbeherrschung im Äußeren aber große Freizügigkeit gegenüber ihren Mann (Angaben gemäß Pushkareva).
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