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Ehrverständnis und Gastrecht

Zusammenhalt der Sippe/Bande

Familie und Freunde sind oft die einzigen Menschen, denen man in der (nach unseren Verhältnissen) Wildnis vertrauen kann. Man unterstützt sich, wo man kann.
Wenn einer sein Heim verliert, wird er aufgenommen, wenn einer Hunger leidet, teilt man seine Vorräte. Man bestiehlt sich nicht.
Umgekehrt ist man anderen Nordmännern durchaus nicht immer offen gegenüber.
Es ist völliger Blödsinn jeden Fremden, der wie ein Wikinger aussieht gleich in die Arme zu schließen oder IT jeden im Heer zu mögen.
Im Gegenteil, haben sich doch die Sippen untereinander oft überfallen.

Einhalten von Absprachen

Ob Handel oder Gefolgschaft: Wenn man in irgendeiner Form mit Sippenfremden zusammenarbeiten möchte, so tut man dies mit Absprachen (oder wie man heute sagen würde, Verträgen).
Die Verhandlungen zu solchen Verträgen konnten früher sehr langwierig sein, da man Einzelheiten penibel ausarbeitete. Der Umstand, dass so etwas in der Regel schriftlich nicht festgehalten wurde, war nicht grade günstig. Man machte keinen Hehl daraus, wenn man einfach versuchte, jemanden durch günstige Konditionen auszunutzen.
Konnte man sich nicht einig werden, wurden Dritte als Vermittler zu Rate gezogen. So etwas geschah natürlich vor allem auf Things.

Meist werden die Verträge auf Zeit abgeschlossen. Wenn die Männer eines Heerführer ihren Wehrdienst zeitlich abgeschlossen haben und ein überlegenes oder gleichwertiges feindliches Heer ihnen gegenübersteht, werden sie für ihn nur weiterkämpfen, wenn der Feind es auf sie alle abgesehen hat und nicht nur auf die Sippe des Heerführers.

Früher galt nur, was abgesprochen wurde. Wenn also zwei Sippen beschlossen, nicht mehr ihre "Ländereien" gegenseitig zu überfallen, konnte es durchaus sein, dass Krieger warteten, dass eine Seite ihr Wohngebiet verlässt und um sie beispielsweise auf dem Weg zum Thing zu überfallen.

Gastfreundschaft galt erst wenn man auch eingeladen wurde.
Ausnahmen bildeten in bestimmten Gegenden einsame Wanderer. Man gewährte diesen Wanderern Einlass, weil es sich ja vielleicht um Odin, Heimdall oder Thor handeln konnte, die in Gestalt eines fremden Reisenden Höfe besuchten. So konnte bei erhaltener Gastfreundlichkeit ja vielleicht später eine göttliche Belohnung heraus springen.
Beim Juleklapfest (ungefähr zur christlichen Weihnachtszeit) war es sogar Sitte, Reisende einzuladen. Großzügige Bewirtung war ein Statussymbol.
Nachdem man jemanden eingeladen hatte, durfte man dem Gast keinen Schaden zufügen und umgekehrt auch nicht der Gast dem Gastgeber. Ob nach einem Streit der Gast sofort rausgeworfen werden durfte oder ob er trotzdem ein Recht auf eine Übernachtung hatte ist von Gegend zu Gegend verschieden.
Ungebetene Gäste waren rechtlich dem Willen des Hausherrn (dem Munt) oder stellvertretend der Hausherrin unterlegen.


Recht und Strafe bei den Wikingern

Verbrechen und Bestrafung

Verbrechen werden hart bestraft, denn Recht muss Recht bleiben und Unrecht erfordert Bestrafung!
Wird ein Nordmann von einem anderen Nordmann im Streit verwundet, hat er ein Recht auf Wiedergutmachung. Die Höhe der Wiedergutmachung hängt vom Schaden ab. Zahlt der Schuldige nicht, hat der Geschädigte Anspruch auf das Fehderecht.

Als Verbrechen gelten Mord, Totschlag, Verrat, Feigheit in der Schlacht, Zauber, Brandstiftung, offener Raub und schwerer Diebstahl. All diese Verbrechen führen zu einem Friedensbruch.
Man unterscheidet leichten und schweren Friedensbruch. Zum schweren Friedensbruch gehören die bereits erwähnten schweren Verbrechen (Feigheit in der Schlacht, Mord, Verrat, Zauber, Brandstiftung und schwerer Diebstahl).
Wird der schwere Friedensbrecher auf frischer Tat ertappt, muss er sofort hingerichtet werden. Ist er flüchtig, erklärte man ihn für "friedlos": Nun ist er vogelfrei und jeder Freie, der ihn trifft, muss ihn töten.

Wer leichten Friedensbruch begangen hat, wird auch für "friedlos" erklärt, aber nicht dem ganzen Volke oder Stamm gegenüber. Nur das Opfer der Untat oder dessen Sippe darf das Verbrechen rächen. Wehrgeld ist eine übliche Art und Weise, den Frieden wieder herzustellen
Leichter Friedensbruch entsteht, wenn man nicht feige und hinterlistig sondern offen und ehrlich zu seinen Taten steht (offener Raub oder Totschlag).

Rechtsprechung durch Waffen oder durch Blutgeld

Kann kein Urteil gefunden werden, das alle Beteiligten akzeptieren, so müssen die Gegner ihren Streit geregelt austragen. Als fairste Form dafür gilt ein Zweikampf an einem abgegrenzten Ort, den sie nicht verlassen können, oft auf einer Insel (Holmgang).
Diese Kämpfe dienen nicht der Klärung von Tatbeständen, sondern dazu, unklärbare Streitfälle mit möglichst wenig Blutvergießen zu beenden.

Bei Totschlag oder Verstümmelung können sich Familien mit Blutgeld bezahlen lassen. Die Familie des Täters zahlt in Naturalien (im Larp auch mit Münzen) einen hohen Preis, damit im Gegenzug die Familie des Toten oder Versehrten auf Rache verzichtet.

Feuerprobe

Der Angeklagte musste ein rot glühendes Eisen in den Händen halten und eine bestimmte Zahl von Schritten damit laufen. Anschließend musste er es fortwerfen oder in einen Trog werfen.
Wurde das Eisen vorher fallengelassen, galt man als schuldig.
Frauen mussten einen Stein aus kochendem Wasser rausholen und nach drei Tagen vorweisen, dass die Wunde gut verheilt war.
Diese Sitte war auch bei vielen anderen Völkern verbreitet.
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