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Machtverhältnisse

Auch wenn es bei den Svear einen König Namens Einar gibt, der über ein Svearriki herrscht und im Gardareich ein Großfürst thront, gibt es keine richtigen Königreiche.

Offiziell gilt der lokale Thing, bei überregionalen Versammlungen der Allthing, als mächtigste Instanz, der ein oder mehrere Male im Jahr abgehalten wird.
Alle freien Männer, außer jene die als Vogelfrei erklärt wurden, dürfen dort sprechen und bei Entscheidungen mit abstimmen. Es werden auch Gerichte abgehalten, Verträge geschlossen und gefeiert. Gewalt anwenden darf man nicht während des Things.

In der Praxis aber herrschen meist die mächtigsten Sippen und Fürsten der Region.
Sind diese Machtgruppen miteinander verbündet, herrschen relativ starre Verhältnisse:
Die besten Gebiete sind unter diesen Sippen und Fürsten aufgeteilt und niemand wagt sich an ihrer Macht zu rütteln. Sie sind die Richter auf dem Thing und wenn ein Heerzug begonnen hat oder das eigene Land angegriffen wird, führen diese das Heer an.
Sind die mächtigsten Fürsten und Sippen dagegen Gegenspieler, versuchen sie durch kühne Reden, Machtdemonstration und Bestechung die meisten Stimmen auf dem Thing zu erhalten. Manchmal bekämpfen sie sich auch offen untereinander, es gilt also das Recht des Stärkeren!
In Anbetracht dieser Machtverhältnisse, sollte nachvollziehbar sein, dass die Spieler des GH vom jeglichen Landesdiplomatierollenspiel, wie es in den Mittellanden Gang und Gäbe ist, absehen. Keine Gruppe repräsentiert ein Land.

Die Nordleute kennen keine völlig einheitliche Kultur, je genauer man sich Details anschaut, desto mehr feine Unterschiede findet man in Sachen Lebenseinstellung, Alltagsbräuchen und gesellschaftlicher Stellung der Fürsten in den verschiedenen Gebieten..


2. Die drei Stände

Grundsätzlich gibt es drei verschiedene, durch das Geburtsrecht festgelegte, Stände.
Der Adelige (Hersir oder Jarl), der Freie (Karl) und die Leibeigenen / Sklaven (Thraelle).

Den Stand des Freien kann man „verbessern“, indem man sich als besonders tüchtig im Krieg erweist.


Fürsten (Adel)

Des Adeligen vornehmste Aufgabe ist es, das Thing zu leiten.
Hierzu bestimmt er nach Rücksprache mit einem kleinen Kreis von Freien die Themen, welche auf dem Thing zu verhandeln sind.
Nur Adelige dürfen sich Gefolgschaft halten. Er schließt mit beliebig vielen Freien einen Vertrag. Er muss sie nähren, kleiden und bewaffnen, dafür müssen die Freien für ihn kämpfen.

Man unterscheidet innerhalb der Fürsten zwei Ränge.
Die reichen Großbauern namens Hersire (wer einen Hersir darstellen möchte, sollte mehrere Mann Gefolge aufweisen) und die mächtigen Jarle, welche sich kleine Heere halten und auch Hersire in ihrer Gefolgschaft haben.
Es gibt nur wenige Dutzend von ihnen. Wer einen Jarl darstellen möchte, muss von einer zweistelligen Zahl an Leute auf dem Heerzug begleiten, welche ihm die Gefolgschaft schworen.

Fürsten zeigen ihren Reichtum mit Schmuck, verzierter Rüstung, bunten Prunkleidern und einer luxuriösen Zelteinrichtung. Ein Zeichen des Fürsten ist das Schwert und manchmal auch sein prunkvoller Sitz, den er auch auf Heerfahrt mit sich führt.

Die Freien

Sie bilden die große Mehrheit innerhalb des Heeres. Freie können ärmer als so mancher Sklave sein und gezwungen sein, wie solche als Knechte für einen Reicheren zu arbeiten oder aber soviel Einfluss haben, dass sie die Macht eines Adeligen haben.
Ohne Gefolgschaftsschwur oder Thingbeschluss darf theoretisch niemand einem Freien Befehle erteilen.

Das Zeichen eines Freien ist sein Messer, welches sein persönliches Eigentum ist. Im manchen Gegenden ist es auch zusätzlich langes Haupthaar.

Die Unfreien

Sie unterstützen die Frauen beim Halten der Felder und Höfe, während die Männer auf Wiking ziehen. Es handelt sich um Gefangene, oder Nachkommen derer, welche in ihrer Jugend versklavt worden sind.
Sie sind rechtlich gesehen Eigentumsgegenstände ihrer Herren und sind von ihnen völlig abhängig. Moralisch aber werden sie in der Regel wie Menschen behandelt, dürfen sich selbst Familien und Höfe halten und essen mit an der Tafel ihres Herrn.
Man will schließlich nicht, dass die Sklaven sich erheben, während die Männer auf See sind.

Dazu können noch die Freigelassenen und Halbfreigelassenen kommen:
Wird ein Sklave freigelassen oder hat er sich seine Freiheit bei seinem Herrn erkauft, ist er Halbfreigelassener.
Bestätigt das Thing die Freilassung des Sklaven einstimmig, hat er ab diesem Zeitpunkt, wie jeder andere Freie, das Recht am Thing teilzunehmen.

Anhang
Die Frauen der Wikinger
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