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I. Die Frauen der Wikinger

Ein paar Worte zuvor: Wir leben in einer Zeit der Gleichberechtigung. Frauen dürfen all das, was auch Männer dürfen. “ Geschlechter-untypisches” Verhalten ist durch das Grundgesetz geschützt ist und als persönliches Glück gewertet. Das ist sehr gut und soll auch so bleiben!

ABER: Im Großen Heer bemühen wir uns um die Darstellung von “echten” Nordleuten mit ihrer Kleidung, ihren Waffen und ihrem Verhalten. Somit muss man sich genau überlegen, wie es damals hätte sein können und was es bedeutet, einen gewissen Charakter von damals darzustellen.

II. Die Frau in der Gesellschaft

Den Frauen bei den Wikingern ging es recht gut im Vergleich zu den Frauen im restlichen Europa. Sie waren dem Mann im Haushalt gleichgestellt und konnten zu großem Ansehen gelangen. Wenn der Mann auf Fahrt geht, hatte sie die Macht und die Verantwortung über Haus und Hof. Die Aufgabe der Frau lagen in erster Linie in der Hauswirtschaft, also dem Vorrat anlegen, dem Kochen, dem Spinnen und Weben, dem Schneidern usw..
Die Frau war durch Gesetze geschützt. So durfte sie sich von ihrem Mann trennen, wenn sie mit ihm unzufrieden war und sich an das Thing wenden. Sollte sie gar einen männlichen, anerkannten Nachkommen geboren haben, so könnte sie sogar den Besitz ihres Mannes bis zur Volljährigkeit des Sohnes übernehmen und dem Vater bliebe nur Schwert und Pferd/Schiff. Sollte der Mann in der Fremde fallen, so fällt ihr aller Besitz des Mannes zu.
Wir wissen aber auch, dass Mädchen direkt nach der Geburt getötet wurden, damit die Frau schneller wieder Schwanger werden konnte. Söhne mussten her, die die ehrgeizigen Expansionspläne der Hetmänner erst ermöglichten.
Politisch hatten die Frauen oberflächlich nichts zu melden. Auf dem Allthing hatte eine Frau kein Stimmrecht, wenn sie überhaupt anwesend sein durfte. Allerdings bestand natürlich die Möglichkeit über die Männer in der Sippe Einfluss zu nehmen. (Was übrigens auch unzählige Spielmöglichkeiten eröffnet)

III. Die Frau im Kampf

Ja, es gibt Berichte von kämpfenden Frauen; diese sind jedoch selten und oft eher unrühmlich. Denn eine Frau, die in den Krieg zieht, erfüllt nicht ihren sehr wichtigen gesellschaftlichen Zweck, sondern tut etwas, was nicht ihre Aufgabe ist. Kriegerinnen wird es kaum gegeben haben, da die Aufgaben der Frauen viel zu wichtig waren und viel zu viel Können bedurften, als daß ein Mädchen noch zum Krieger hätte ausgebildet werden können. Jungen übten sich schon sehr früh in den Waffen, während Frauen den Umgang mit der Spindel und dem Webstuhl lernten.
Doch waren die Nordfrauen sicher nicht feige. Ich kann mir kaum eine Nordfrau vorstellen, die nicht alles daran setzt, ihre Familie zu beschützen. Sicher werden manche Frauen bei einem Angriff auf ihr Dorf den Männern geholfen haben, aber es wird auch viele gegeben haben, die die Kinder und Alten in Sicherheit brachten.

IV. Zur Darstellung einer Nordfrau im Heer

Das große Heer steht jedem offen, der die Satzung erfüllt, und wie traurig wäre unser Spiel ohne unsere geschätzten Mitspielerinnen. Doch reicht es nicht einfach, eine Nordfrau zu sein, denn was sucht eine Frau in einem Heerlager. Was soll sie dort tun? Nun gibt es einige Gründe, die Ihre Anwesenheit auf einem Heerzug erklären könnte:

1.) Eine Frau könnte ihren Mann oder Gefolgsherren begleiten, und sich beispielsweise um die Verwundeten kümmern, für das leibliche Wohl der Krieger sorgen und somit den Haushalt in der Fremde führen
2.) Auch kann sie eine der Runenfrauen (Völwa) sein, die die Zukunft lesen kann, Blots durchführen wird und somit für göttlichen Beistand sorgen
3.) Sie kann auch die Konkubine eines Kriegers sein, der sie verständlicherweise nicht mit seiner Frau zusammenkommen lassen will, die aber fest daran arbeitet, das Eheweib zu ersetzten.

Auch kämpfende Frauen sind möglich:
1.) Schildmaiden sind in einigen Sippen Gang und Gebe und stehen den männlichen Kämpfern in nichts nach. Einige Mitspielerinnen möchten das kämpfen nicht missen. Daher siegt der gemeinsame Spielspaß hier über den Authentizitätsanspruch.
2.) In der Lagerverteidigung kann sie sich mit einem Speer oder Bogen hinter die Männer stellen und diese unterstützen, denn wenn die Männer verlieren, droht Verschleppung, Vergewaltigung oder gar der Tod. Leichte Waffen wie ein Ger, Sax oder Bogen sind eher Waffen, mit denen eine untrainierte Frau zurecht kommen dürfte.
3.) Eine Frau könnte der einzige Nachfahre eines Stammesfürsten sein, und muss deshalb auch die Karle in der Schlacht befehligen können.
4.) Eine Frau, die sich als Mann ausgibt, um einen geliebten Menschen zu rächen. Diese darf dann allerdings nicht als Frau erkannt werden!
Eine kämpfende Frau wird immer etwas seltsames an sich haben. Es wird entweder ein Ausdruck höchster Verzweiflung oder ein Bruch der Gesellschaftsstruktur sein. Rollenspielerisch lässt sich da eine Menge herausholen, doch sollte man nicht zu dünnhäutig herangehen. Was nicht geht sind Amazonen in jeglicher Ausführung.

Allen Frauen wünschen wir Mut zu eigenen, aber zum Konzept des Großen Heeres passenden Wegen! Fragt im Zweifel erfahrene Frauen des Heeres.
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